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658. Gemeindebrief (Weihnachten 2011) – rg -

Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes aus St. Bonifatius,

 

viele Dinge lassen sich zu den Umständen sagen, die dazu geführt haben, dass wir heute Weihnachten, die geweihte Nacht, feiern können. Mindestens ebenso viele Aufforderungen dieses Festes ließen sich ableiten und nicht minder wenige Interpretationen.

Viele Fragen tun sich einem bei näherer Betrachtung der Umstände allerdings auch auf: War es wirklich so? War es ein Stall oder eine Höhle? Waren Hirten die ersten Besucher oder andere Leute? War nur ein Esel und ein Ochse im Stall oder noch andere Tiere?

Diese Fragen sind menschlich und treiben an, Antworten zu finden. Aber sie sind und bleiben eben menschlich.

Das, was das Evangelium uns heute berichtet, ist hingegen göttlich. Scheinbar ein Gegensatz, der keine Verbindungen zulässt. Aber eben nur scheinbar.

Gott wird in dieser Nacht Mensch. Er kommt in Gestalt eines Kindes auf diese seine Erde, um unser Leben zu teilen. Seine Menschwerdung in den beschriebenen Verhältnissen verdeutlicht, dass es Gott nicht wichtig ist, im Palast zu leben, sondern dass es ihm um andere Dinge geht.

Ebenso die Hirten: Egal, ob man sie als Vertreter der Armen sieht, zu denen Jesus zuerst kommt, oder als Symbol für das wandernde Volk Israel. Sie sind Menschen, die sich anrühren lassen. Die eine Offenheit für Besonderes haben, die den Engeln Glauben schenken und sich auf den Weg machen. Bekanntes verlassen, Neues wagen.

An dieser Stelle verbindet sich beides: Göttliches und Menschliches. Gott kommt absehbar-überraschend in die Welt und wirkt in sie hinein. Menschen hören davon, glauben es, brechen auf und erzählen das Erlebte weiter.

Es lässt sie nicht kalt und unberührt, sondern betrifft sie – bis in Herz und Mark hinein.

Für die Hirten hat sich mit der geweihten Nacht ziemlich viel geändert.

Auch wir können das Geschehen der Weihnacht zur persönlichen Veränderung nutzen. Können wir glauben, dass Gott Mensch wie wir werden wollte und wurde, um uns nahe zu sein und zu begleiten? Können wir annehmen, dass Gott auch heute noch in unserer Welt wirkt? Dass er für Gutes sorgt, vor Schlechtem schützt und uns den freien Willen zum Handeln – gut oder schlecht gegeben hat und ermuntert ihn vernünftig zu nutzen?

Diese Fragen gelten für jeden von uns. Verbunden mit der Frage, ob wir dies annehmen können und wollen und aus dem Glaubhaft-Erlebten der Weihe-Nacht unsere Sicht und Handlung ändern wollen, oder ob wir Gottes Menschwerdung hinnehmen wie den Wandel der Jahreszeiten oder das jeweilige Wetter?

Im ersten Fall schätze ich, dass Weihnachten noch länger nachwirkt, weil Gott einen Platz zum Leben bekommt.

Im zweiten Fall ist die Weihnachtsdauer vermutlich ähnlich lang wie die rot markierten Tage auf dem Kalender, weil aller Platz ausgebucht ist mit anderen Dingen und er keinen Lebensort bekommt.

 

Die Entscheidung liegt bei uns ganz persönlich. Gott ist jedenfalls da. Als Kind im Stall, mit Ochs und Esel, Maria und Josef. Hirten und Engeln.

 

 

Ich wünsche Ihnen und Euch von Herzen frohe und gesegnete, besinnliche und wachrüttelnde Weihnachten.

 

Ihr/Euer

Rainer Gelhot

Redaktion GemeindeBrief

 

 

Die frohe Botschaft des Weihnachtsfestes findet sich bei Lukas, Kapitel 2, Vers 1 – 20

 

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.

Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.

Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.

So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

 

 

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Impressum Gemeindebrief St. Bonifatius:

Dieser Gemeindebrief kommt kostenlos aus der Internet-Kirche St. Bonifatius in www.funcity.de.

In den Verteiler kann man sich eintragen auf der Website www.st-bonifatius-funcity.de. Austragen geht dort auch. Anregungen und Rückmeldungen bitte an den jeweiligen Verfasser (siehe Namenskürzel in der Betreffzeile):

rg = Rainer Gelhot: rg@st-bonifatius-funcity.de Nl= Norbert Lübke: nl@st-bonifatius-funcity.de

Verantwortlich: Bistum Hildesheim, Norbert Lübke, St. Jakobushaus, Reußstr. 4, 38640 Goslar, Tel.: 05321 3426-16 Mehr Infos gibt es hier:

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29, Dezember 2011 - Geschrieben von | Gemeindebrief St.Bonifatius

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