657. Gemeindebrief (18. Dezember 2011 – 4. Advent)- nl -
Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,
das kann ich mir gar nicht vorstellen, wie soll denn das klappen, geht doch garnicht! So denken und sagen wir, wenn etwas passiert ist – oder geschehen sollte, was jenseits aller Wahrscheinlichkeit und bester Vermutung steht.
Der Text der Verkündigungsszene, wo der Engel zu Maria kommt und ihr ankündigt, dass sie einen Sohn gebären werde (Ultraschall gab es damals noch nicht!) und der Sohn Gottes genannt werden wird, ist deshalb sperrig, weil etwas angekündigt wird, was außerhalb jeglicher Vorstellung ist:
Gott bahnt sich für seinen Sohn einen Weg in die Welt, die er selbst erschaffen hat und die noch einmal erlöst werden will und muss. Dabei ist er, wir wissen das eigentlich alles, auf einen Menschen angewiesen, ganz konkret auf Maria. Sie muss Ja sagen, sonst geht der Plan Gottes nicht auf. Und Maria traut sich, was für ein Glück für uns, was für eine Last und Anforderung an sie selbst. Sie wird das als junges Mädchen nur in Ansätzen geahnt haben und gewusst haben, was alles danach kommen wird. Glaube wächst bestimmt auch bei ihr mit jeder neuen Erfahrung, jeder neuen Begebenheit von der Hochzeit in Kanaa bis unter das Kreuz und allen Lebensstationen dazwischen.
Mir wird hier deutlich, dass unser Fragen nach der Anwesenheit oder Abwesenheit Gottes eigentlich anders gestellt werden müsste: Wo und wie sind Menschen präsent oder verschwunden, wenn es darum geht, Gutes und den Willen Gottes zu tun, ihn vorher zu erkennen, Risiken für sich in Kauf zu nehmen, nicht zu wissen, wohin der Weg führen wird und was für ein Ende wann kommt?
Entdecken wir die menschlichen und göttlichen Engel in unserem Leben, die uns eine Aufbrech-Botschaft sagen? Ich füge ein Gedicht von Christina Brudereck an, damit Sie auf den Geschmack kommen können, an anderen Flügel oder anderes zu entdecken und an sich selbst anderes oder Flügel wahrnehmen können.
Liebe geht-doch-Grüße
Norbert Lübke
FuncityOnlineKirche
Engel ohne Flügel
Sie haben keine Flügel
aber Ausdauer bis ganz zum Ende
sie haben keine Flügel
aber Hände
sie haben keine Flügel
aber merken
ich ginge diesen Weg nicht gern alleine sie haben keine Flügel aber Beine
sie haben keine Flügel
aber fragen nach dem eigentlichen Grund sie haben keine Flügel aber einen Mund
sie spüren
ich muss mal reden
sprachlos, wie ich bin, die Worte fast verloren sie haben keine Flügel aber Ohren
sie haben große Liebe zum Detail
und üben Sorgfalt bis in jede Kleinigkeit sie haben keine Flügel aber Zeit
sie lassen auch die mächtigen Gefühle zu kennen Leidenschaft und Liebe Ohnmacht, Wut sie kenn’ mich gut sie haben keine Flügel aber Mut
sie sind nah und zugewandt und aufmerksam gönnen Erfolg und teilen den Schmerz sie haben keine Flügel aber Herz
sie haben keine Flügel
und gehen manchmal unter
in der Fülle der Termine
in der Menge
im großen Chor der Stimmen
in der Hektik, im Gedrängel
sie haben keine Flügel,
aber sie sind Engel
- – - – - -
Evangelium zum 4. Adventssonntag (Lesejahr B) Lukas 1,26-38
Im sechsten Monat (nl: der Schwangerschaft von Elisabeth, die Johannes den Täufer zur Welt bringen wird) wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Impressum Gemeindebrief St. Bonifatius:
Dieser Gemeindebrief kommt aus der Internet-Kirche St. Bonifatius in www.funcity.de.
In den Verteiler kann man sich eintragen auf der Website www.st-bonifatius-funcity.de. Austragen geht dort auch. Anregungen und Rückmeldungen bitte an den jeweiligen Verfasser (siehe Namenskürzel in der Betreffzeile):
nl = Norbert Lübke: nl@st-bonifatius-funcity.de rg = Rainer Gelhot: rg@st-bonifatius-funcity.de
Verantwortlich: Bistum Hildesheim, Norbert Lübke, St. Jakobushaus, Reußstr. 4, 38640 Goslar, Tel.: 05321 3426-16 Mehr Infos gibt es hier:
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