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Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes
aus der Internet-Kirche St. Bonifatius in funcity,
dieses Mal möchte ich Sie zu Anfang bitten, den Text des heutigen
Evangelium zuerst zu lesen, denn es handelt sich dabei um ein dreistufiges
Konfliktbereinigungsprogramm mit einem verantwortungsschweren
Schluß-Akkord:
Evangelium zum 23.Sonntag im Jahreskreis (A): Matthäus 18,15-20
Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen
zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn
jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden
werden.
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf
die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder
ein Zöllner.
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch
im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden
lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam
erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei
oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Soweit die Worte der frohen Botschaft, die gar nicht so zu dem passen will,
was wir Tagauf Tagab erfahren, nicht nur in Politik und Weltpolitik,
sondern auch bei uns im Kleinen und ganz Kleinen: Da hat „man“ schnell eine
Meinung und sich ein Urteil gebildet. Sich an Gerüchten zu beteiligen macht
auch kommunikativen Spaß, ist aber, wenn ich die drei Stufen der
Konfliktbereinigung (Vier-Ohren-Gespräch, Acht-Ohren-Gespräch, betroffene
Öffentlichkeit) richtig verstehe, nicht „zielführend.
Wer lange prüft, bleibt lange gerecht. – So sagt der Volksmund. Aber: Jesus
meint, dass es auch mal Schluß sein muß mit dem Prüfen und Abwägen.
Entscheidungen sind nicht einfach, aber notwendig, und sich darum herum zu
drücken, macht es nicht besser, auch wissend, dass es zwischen weiß und
schwarz noch eine Menge an Grautönen gibt. Entscheidungen sind immer auch
Abwägungsprozesse.
Der Schlußakkord besteht darin, dass es bei der Suche nach Lösungen nicht
allein um das „Ich will“ geht, sondern um „Dein Wille geschehe“, und dass
man dabei auch mal beten können darf.
Liebe Grüße und einen Gottes Willen hörenden Sonntag
Norbert Lübke
funcity-Kirchenteam
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Impressum: >>ISSN 1611-9177<<
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